Geschichte - Sonnen Apotheke Halle

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Geschichte

Die Geschichte der Sonnen-Apotheke in Reideburg

01.Juni 1913

Gut 400 Jahre nach der ersten Apothekengründung der Stadt Halle eröffnet der Apotheker Anton Maeckel in der Delitzscher Straße 124 in Reideburg (Ortsteil und Dorf Schönnewitz) die von ihm erbaute Sonnen-Apotheke. Wie Diemitz, Freiimfelde, Dieskau, Kanena oder Büschdorf gehörte Reideburg bis dahin zu den pharmazeutisch unterversorgten Dörfern in der östlichen Peripherie der aufstrebenden Großstadt Halle. Die Arzneiversorgung für die Bevölkerung dieser Gegend wurde bis dahin durch die mit eigenem Botendienst ausgerüstete Hallesche Bahnhofs-Apotheke sichergestellt. Die Reideburger Sonnen-Apotheke schließt eine echte Versorgungslücke. Aufwendige handwerkliche Verrichtungen bestimmen in der Anfangszeit der Sonnen-Apotheke den Apotheker-Alltag, Hausmittel und Selbstgefertigtes (u.a. Tinkturen, homöopathische Darreichungen) zählen zu den obligaten Bestandteilen des Sortiments. Der pharmazeutische Großhandel ist noch unbekannt. Bis zum 30. September 1939 leitet Anton Maeckel die Sonnenapotheke.


Am 01. Oktober 1938

übernimmt der Apotheker Dr. Martin Singer die Leitung. Mit der zusätzlichen Arzneimittel- ausgabestelle in Queis-Klepzig, einer Gemeinde-Schwesternstation, versorgt die Reideburger Sonnen-Apotheke schließlich einen weiten Patientenkreis in den östlichen Stadtrandgebieten Halles bis nach Kanena. Die Versorgungsaufgaben sind vielfältig und wie die Epidemie- bekämpfung (Typhus) teilweise überlebenswichtig. Mit der Angliederung Reideburgs an den Stadtkreis 1950 zählt die Sonnen-Apotheke nunmehr zu den Halleschen Apotheken.

Sonnen-Apotheke 1960
Sonnen-Apotheke 1960

Zum 01. Januar 1960

wird die Sonnen-Apotheke verstaatlicht. Rationalisierungspolitik vertreibt bewährte Mittel wie die apothekerischen Hausspezialitäten und die homöopathische Heilmittelpraxis. Zunächst mit dem Botendienst per Fahrrad, später mit dem ‚gelben Auto‘ Dr. Singers, wird die Landbevölkerung von Queis, Kockwitz, Klepzig und Wiedersdorf mit den wichtigen Medikamenten versorgt.

Ab dem 01. November 1974

leitet die Apothekerin Edith Bahn die Geschäfte der Sonnen-Apotheke, die sie von ihrem Vater Dr.Singer übernimmt. Als staatliche Leiterin beschäftigt Frau Bahn bis zu sechs Mitarbeiterinnen, unter ihnen drei Pharmazie-Ingenieure. Neben der Halloren-Apotheke am Leipziger Turm ist die Sonnen-Apotheke im Halleschen Stadtgebiet die einzige Apotheke, die den Bedarf an Tierarznei- mitteln deckt. Viele Heilmittel wie Pillen, Pulver, Salben, Asthma-Pulver oder Tee werden nach wie vor im Haus selbst hergestellt und konserviert.

Im Jahr 1976

erfährt die Sonnen-Apotheke unter der Leitung von Edith Bahn ein moderneres Erscheinungsbild mit verbessertem Eingangsbereich, vergrößerter Fensterfront und zeitgemäßeren Schriftzügen, auch der Empfangsbereich wird verschönert.

Sonnen-Apotheke 1974
Sonnen-Apotheke 1974
Sonnen-Apotheke 1974

Am 01. Juni 1988
kann die Sonnen-Apotheke ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Wie bereits zum 50-jährigen Jubiläum erscheint in der Halleschen Lokalpresse ein würdigender Artikel.

Mit der Wende 1989

wird das  Hallesche Apotheken-Versorgungsnetz rasant verdichtet. Aus dem vierzehntägigen Belieferungs- rhythmus ist schlagartig ein bis zu fünfmal täglicher Versorgungs-Schnellservice entstanden.

Der 01. Dezember 1990
bedeutet für die Sonnen-Apotheke die Re-Privatisierung im Zeichen von Marktwirtschaft, neuem Abrechnungssystem und veränderten pharmazeutischen Standards. Trotz der Vielzahl neuartiger Herausforderungen kann der lang ersehnte Umbau der Verkaufseinrichtung (Offizin) erfolgen.

Zum 06. Februar 2006
übernimmt die Apothekerin Ute Schmidt als neue Inhaberin die Sonnen-Apotheke. Zu den Versorgungs- schwerpunkten gehört neben Reideburg weiterhin der östliche Saalekreis, etwa Dölbau, Queis oder Kleinkugel.

01. Juni 2013
Zum 100-jährigen Jubiläum der Reideburger Sonnen-Apotheke kann auf eine erfolgreiche Entwicklungsgeschichte mit hoher Kontinuität und Qualität in der pharmazeutischen Versorgung zurückgeblickt werden. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1913 hat die Sonnen-Apotheke insgesamt nur vier Wechsel in der Apothekenleitung erlebt, allein 67 Jahre befand sich die Apotheke in Familienregie. Zum Fachpersonal gehört bis heute die dienstälteste Apotheken-Mitarbeiterin und letzte Auszubildende Dr. Singers, Frau Hugo, die im Jahr 2012 ihr 50-jähriges Dienstjubiläum feiern konnte. Für die ehemalige Reinigungskraft Frau Erna Sander, die schon unter dem ersten Apothekenleiter Maeckel arbeitete, fällt das Gründungsjubiläum 2013 mit dem eigenen hundertsten Geburtstag zusammen.
Pulver und Pillen müssen in der heutigen Sonnen-Apotheke nicht mehr selbst hergestellt werden, elektronische Systeme verändern fortwährend den traditionsreichen Beruf. Trotz des Wandels ist für das Apothekenpersonal bis heute vieles von der alten ‚Apotheker‘s-Kunst‘ erhalten geblieben. Neben der Liebe zu dieser Arbeit zählen dazu die Zuverlässigkeit in der Versorgung der Patienten, der vertrauensvolle Kontakt und die von keinem Automaten zu leistende persönliche Beratung in Zusammenarbeit mit den örtlichen Ärzten und dem Heilpersonal.

Sonnen-Apotheke 2013
Team Sonnen-Apotheke 2013
 

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